Datensouveränität: Die Säge am informationellen Selbstbestimmungsrecht

Das neumodische Konzept der Datensouveränität war auf einer Konferenz zum Europäischen Datenschutztag als Lobbybegriff der Datenindustrie heftig umstritten. Regierungsvertreter sehen Schutzrechte mit der neuen EU-Verordnung überdehnt.

Weite Teile der Bundesregierung werben für „Datensouveränität“ mit dem Hintergedanken, bestehende Schutzprinzipien wie die Zweckbindung und die Sparsamkeit im Umgang mit personenbezogenen Informationen auszuhebeln. Immer öfter werde so das Recht auf informationelle Selbstbestimmung implizit oder direkt in Frage gestellt, monierte die niedersächsische Landesdatenschutzbeauftragte Barbara Thiel am Montag auf einer gemeinsamen Tagung mit ihren Kollegen aus Bund und Ländern zum Europäischen Datenschutztag. „Souveränität könnte richtungsweisend werden“, betonte sie. Dafür müsse das Schlagwort aber konkretisiert werden und dürfe nicht länger als Freibrief für Big Data und „Datenreichtum“ verstanden werden.

Quelle: Datensouveränität: Die Säge am informationellen Selbstbestimmungsrecht | heise online