Staatstrojaner: BKA hat Pegasus-Trojaner der NSO Group gekauft

Das Bundeskriminalamt soll im vergangenen Jahr eine angepasste Version des Pegasus-Trojaners der israelischen NSO Group erworben haben. Das berichtet der Rechercheverbund von NDR, WDR, Süddeutscher Zeitung (SZ) und Die Zeit. Darüber hinaus ist am heutigen Dienstag der Innenausschuss des Deutschen Bundestages in einer geheimen Sitzung über den Vorgang informiert worden.

In der Sitzung habe demnach Vize-Behördenchefin Martina Link den Kauf bestätigt. Weiter heißt es, der Trojaner sei bereits „in einer mittleren einstelligen Zahl von Ermittlungsverfahren eingesetzt“ worden. Dabei handele es sich um Verfahren im Bereich des Terrorismus und der Schweren und Organisierten Kriminalität, die bisher noch nicht abgeschlossen seien. Bundesinnenminister Seehofer sei außerdem über den Erwerb nicht informiert worden, weil das BKA selbst über den Kauf entscheiden könne.

Bereits 2017 hat sich das Bundeskriminalamt (BKA) den Staatstrojaner Pegasus präsentieren lassen. Damals sollen die IT-Experten des BKA von der Software begeistert gewesen sein. Diese kann beispielsweise Chats von Messengern wie Whatsapp extrahieren, Fotos auslesen oder heimlich das Mikrofon aktivieren und so das Smartphone zu einer Wanze umfunktionieren.

Doch die Software konnte einfach zu viel, um den rechtlichen Anforderungen an eine Quellen-Telekommunikationsüberwachung (kurz: Quellen-TKÜ) zu entsprechen, bei der nur die aktuelle Telekommunikation überwacht werden soll. Auch für eine Onlinedurchsuchung, also das Auslesen von Dateien und Informationen auf dem Gerät, dürften die Möglichkeiten zu umfangreich sein.

Quelle: Staatstrojaner: BKA hat Pegasus-Trojaner der NSO Group gekauft – Golem.de